Abendstern

Ein Schleier legt sich auf die Welt,

verdunkelt Menschen, Tier und Land.

Auch Luna hält sich heut' verhüllt

in ihrem schwarzen Nachtgewand.

 

Doch Sterne leuchten strahlend nieder,

sie zwinkern mich ganz freundlich an,

und singen ihre Sternenlieder,

wie weit man die wohl hören kann?

 

Wir schufen uns're Sternenkunde,

und dachten uns Geschichten aus,

drum gehe ich aus diesem Grunde

am liebsten in den Nächten raus.

 

Doch einen hab ich äußerst gern,

er hat mir immer schon gefallen:

Es ist die Venus, Abendstern,

der allerschönste Stern von allen.

 

Denn oft, wenn ich nach draußen geh',

erstrahlt er sanft mein Angesicht.

Er ist der erste, den ich seh'

und dessen Licht an mir zerbricht.

 

Ich weiß, dass schützend seine Hand

ganz fest auf meiner Schulter liegt.

Ein unsichtbares Schicksalsband,

in dessem Schein die Angst verfliegt.

 

Wenn alle Sorgen sind mir fern,

geb' ich ein Danke gern zurück,

denn scheinbar bringt mir dieser Stern

von weit dort oben immer Glück.

 

Aus diesem Grunde ist mir gleich,

was and're Sterne leis' berichten.

Wenn ich des Nachts nach draußen schleich',

dann lausch' ich Abendsterngeschichten.

 

© Alex/A

 

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