Achtung, Baustelle!

Ich laufe durch flimmernde Straßen,

es schmilzt in den Händen das Eis,

ich sehn' mich nach kühlenden Gassen,

die Sonne, die brennt viel zu heiß.

 

Ich geh' in den Park zu 'ner Bank,

betrachte die Menschen herum

und lausche dem Vogelgesang,

genieße, begeistert und stumm.

 

'Ne Baustelle quer gegenüber,

die hat mein Int'resse geweckt,

ich glaube, ich schaue mal rüber

und schau, was man alles entdeckt.

 

Das Rattern von schweren Maschinen,

das kann man von weitem vernehm'n

und emsig, wie summende Bienen,

die Handwerker kommen und geh'n.

 

Ein Schild sagt 'Betreten verboten!',

ich bleibe schön hinter dem Zaun,

der Kunde, der schickt einen Boten,

jetzt können sie anfang'n zu bau'n.

 

Die Arbeit beginnt mit 'nem Stich,

die Reporter jubeln und schrei'n,

es fressen die Bagger nun sich

ganz tief in das Erdreich hinein.

 

Ein stählerndes Netz wird verlegt

am Grund der gehobenen Grube,

Mit Kieselzement dann gefüllt,

als Grundstein der wachsenden Stube.

 

Im Reiche der Erde verschwinden,

markiert sie mit rot, gelb und blau,

um später sie wiederzufinden,

die Rohre in schwarz, gelb und grau.

 

Auch Stäbe aus Stahl sind verlegt,

sie sollen vor Blitzen uns schützen,

die Erde zurück wird bewegt,

das Fundament ständig zu stützen.

 

Der Maurer am drehenden Mischer,

der füllt seinen Mörtel hinein,

was gäb' er für einen Erfrischer,

beim täglichen Stapeln von Stein'n.

 

Die Räume, die wachsen und sprießen,

wie Wände und Decken entstehen,

zum Abend ein kühlendes Bierchen,

durch ledige Fenster durchsehen.

 

Kaum stehen die ersten vier Wände,

da macht man sie nochmal kaputt,

man schlitzt und man stemmt ganz behände,

dann werden sie wieder verputzt.

 

Die Gipskartonplatten komm'n rein,

der Monteur muss Kabel dort suchen,

er bohrt seine Löcher hinein

und lässt den Erbauer wüst fluchen.

 

Nun werden die Fenster verbaut,

bereit sind auch Gas, Wasser, Licht,

die Farbe, die klebt an der Haut,

den Maler, den stört das doch nicht.

 

Der Bau wird gereinigt, gefegt,

hinfort mit dem Schutt, Dreck und Müll,

Parkett und auch Fliesen verlegt

mit deutlichem Fingergefühl.

 

Die Möbel, die werden geliefert,

die Handwerker ziehen bald ab,

die Rechnungen werden beziffert,

schon steht das Gebäude der Stadt.

 

© Alex/A

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